Aktuelle Projekte des Chorin-Vereins
Aktuelle Projekte des Chorin Vereins
Vereinsarchiv des Chorin-Vereins
Der Chorin-Verein e.V. betreibt seit mehr als zwanzig Jahren im Kloster Chorin ein eigenes Archiv mit elektronischer Archiv-Verwaltung (Citavi). Das Vereinsarchiv beinhaltet heute knapp 3.000 Bücher, Archivalien, Bilddokumente und Nachlässe mit Bezug zum Kloster Chorin und seiner Umgebung sowie dem Zisterzienserorden. Es kann durch Vereinsmitglieder sowie Besucher (auf Anmeldung) für Recherchen kostenfrei genutzt werden.
Regesten des Klosters und Amtes Chorin sowie des Vorgängerbaus Mariensee
Das derzeit umfangreichste Projekt ist die Erstellung einer wissenschaftlichen Regestensammlung, die rund 500 Seiten umfassen und Ende 2026/Anfang 2027 erscheinen soll. Grundlage bilden Recherchen in mehr als 2.500 historischen und neuzeitlichen Quellen. Der Begriff Regest (lat. regestum) bezeichnet eine knappe, sachlich strukturierte Zusammenfassung des Inhalts historischer Urkunden und Akten. Regesten geben den wesentlichen Aussagegehalt einer Quelle in kondensierter Form wieder, ohne den vollständigen Wortlaut des Originals zu reproduzieren. Ziel dieser Darstellungsform ist es, die zentralen Informationen – etwa Aussteller, Empfänger, Datierung, Quelleninhalt und Überlieferungssituation – übersichtlich zugänglich zu machen. Regesten stellen damit ein elementares Hilfsmittel historischer Grundlagenforschung dar. Sie ermöglichen Historikerinnen und Historikern sowie weiteren fachlich Interessierten einen raschen Zugriff auf archivalische Bestände, ohne dass jede einzelne Quelle zunächst vollständig transkribiert oder im Original eingesehen werden muss. Zugleich schaffen sie eine systematische Ordnungsstruktur, die weiterführende Untersuchungen erst praktikabel macht. Das Projekt folgt dem Leitmotiv des Vereins: „Colligite fragmenta ne pereant“ – „Sammelt die Fragmente ein, damit sie nicht verloren gehen“.
Geophysikalische Untersuchungen an der Klosterruine Mariensee (Pehlitzwerder, Parsteiner See)
Seit Mai 2024 führt der Chorin Verein, gemeinsam mit der Firma Eastern Atlas GmbH & Co. KG aus Berlin und dem Naturfreunde/Campinggemeinschaft Pehlitzwerder e. V., geophysikalische Untersuchungen auf dem Pehlitzwerder durch (ERT, Magnetometrie, GSSI/Georadar). Ziel ist es, den Baufortschritt der 1258 gestifteten und bereits um 1268/70 aufgegebenen Klosteranlage zu rekonstruieren und nicht mehr sichtbare Baustrukturen zu dokumentieren. Aktuell läuft die Auswertung der letzten Untersuchungen aus dem März 2026. Schon jetzt deutet sich an, dass auch diese Untersuchungen wieder hoch interessante Ergebnisse liefern werden.
Projekt „Kloster Chorin und das Wasser“
Dieses Projekt widmet sich der Erforschung der historischen Trink- und Brauchwasser- sowie Schmutzwassersysteme des Klosters Chorin, einschließlich der Umgestaltung von Gewässern und der Nutzung hydrologischer Strukturen wie dem Nettelgraben. Bearbeitet werden u.a. Fragen warum der Nettelgraben überhaupt gebaut wurde, die Frage nach seiner Entstehungszeit und wie er unter Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten in die Landschaft eingefügt wurde. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Trinkwasserversorgung des Klosters, die sich bei einem ursprünglichen Höhenunterschied von etwa sechs Metern zum Amtssee und dem alten Lauf der Ragöse deutlich komplexer gestaltet, als oft angenommen wird. Die Ergebnisse werden in Vorträgen präsentiert und in der Edition Chorin publiziert.